Der richtige Platz für Ihre Daten und Objekte
Sie haben Daten, physische Objekte wie Pflanzenteile oder Publikationen, die Sie für die Allgemeinheit bereitstellen möchten? Dann lohnt es sich, etablierte öffentliche Sammlungen und Repositorien für die Bereitstellung Ihrer digitalen Daten und physische Objekte zu nutzen. Eine Übersicht über Repositorien bietet prinzipiell das Portal re3data. Wir haben Repositorien und Sammlungen mit Umwelt- und Naturschutzbezug ausgewählt und helfen Ihnen mit drei Fragen die Auswahl geeigneter Datenportale entsprechend ihrer Anforderungen einzugrenzen und so leichter das Passende für Ihre Daten oder Publikationen zu finden.
Wie finde ich den richtigen Ort für meine Daten und Objekte?
Für die Auswahl eines passenden Repositoriums oder einer Sammlung können folgende Aspekte bedeutend sein:
- Fachlicher Fokus
Manche Repositorien oder Sammlungen sind fachspezifisch, zum Beispiel auf bestimmte Artengruppen oder Lebensräume ausgerichtet. Hier erreichen Ihre Daten gezielt das Fachpublikum und können mit spezifischen Metadaten beschrieben werden. Generische Repositorien sind dagegen fachübergreifend angelegt und bieten die Chance, ein breites Publikum zu erreichen. - Zugang zum Veröffentlichungsservice
Nicht jedes Repositorium oder jede Sammlung ermöglicht uneingeschränkt die Veröffentlichung eigener digital existierender Daten oder physischer Objekte. In manchen Fällen ist der Zugang an die Zugehörigkeit zu einem Projekt oder einer Institution gebunden. Andere stehen allen Interessierten offen. - Ressourcentyp
Repositorien und Sammlungen unterscheiden sich auch danach, welche Art von Inhalten sie aufnehmen, zum Beispiel Forschungsdaten, Textpublikationen oder Medieninhalte wie Bilder, Videos und Audioaufnahmen. Sammlungen archivieren dagegen auch physische Objekte.
Repositorien kann man sich als virtuelle Sammlungen oder Bibliotheken von digitalen Objekten vorstellen, zum Beispiel von Daten, Texten oder Bildern. Jeder Datensatz in einem Repositorium ist mit beschreibenden Informationen versehen. Diese Informationen heißen Metadaten und können mithilfe standardisierter Strukturen und Kriterien einheitlich dargestellt werden. Werden physische Objekte, wie etwa Pflanzenteile oder präparierte Insekten, systematisch in Archiven als Sammlungen aufbewahrt, werden auch diese mit beschreibenden Informationen versehen.
Neben klassischen Repositorien gibt es auch Plattformen wie zum Beispiel iNaturalist, observation.org, Naturgucker oder das Vogelbeobachtungsportal ornitho.de. Sie dienen dazu, Beobachtungen von Arten direkt einzutragen und mit der Community zu teilen. Die gesammelten Daten dieser Plattformen werden oft in größere Datenportale und Repositorien eingespeist und sind dort auffindbar und nachnutzbar.
Neben digitalen Daten gibt es auch physische Sammlungsstücke. Viele natur- und geowissenschaftliche Sammlungen, Forschungsarchive und Museen nehmen solche Objekte auf und sorgen dafür, dass sie auch digital beschrieben und auffindbar werden. Da jede Einrichtung eigene Annahmekriterien und Schwerpunkte hat, empfiehlt sich eine vorherige Kontaktaufnahme. Die Gesellschaft für Biologische Daten e.V. (GFBio) bietet mit der GFBio Data Submission einen zentralen Service, der über die reine Dateneinreichung hinausgeht und auch die Vermittlung physischer Sammlungsobjekte an geeignete Sammlungen, Archive oder Datenzentren unterstützt.
Eine Übersicht von Repositorien mit Forschungsdaten bietet re3data. Re3data wird von dem Karlsruher Institut für Technologie (KIT) und der Bibliothek der amerikanischen Purdue-Universität verwaltet und betrieben, gemeinsam mit weiteren Partnern auf der ganzen Welt. Öffentlich verfügbar ist re3data seit dem Jahr 2012.
Das Portal bündelt Daten aus allen Wissenschaftsdisziplinen aus der ganzen Welt, die mithilfe von Repositorien öffentlich zugänglich gemacht werden. Anhand der beschriebenen Eigenschaften der einzelnen Repositorien lässt sich einschätzen, in welchem Maß sie die FAIR-Prinzipien unterstützen. Als FAIR-Prinzipien werden verschiedene Kriterien im Datenmanagement bezeichnet. Die vier Buchstaben stehen für „Findable“ (Auffindbar), „Accessible“ (Zugänglich), „Interoperable“ (Interoperabel) und „Reusable“ (Wiederverwendbar). Sie helfen, den Nutzen von digitalen Objekten aus einem Repositorium für die eigene Verwendung einzuschätzen.
Nachnutzung durch Metadaten
Wenn Sie Ihre Daten veröffentlichen, helfen strukturierte Informationen nach festgelegten Standards zur umfassenden Beschreibung. Denn dann sind die Daten oder Publikationen für andere nicht nur öffentlich verfügbar, sondern auch leichter auffindbar, vergleichbar sowie nachnutzbar. Mithilfe dieser so genannten Metadaten finden Nutzende schneller den gewünschten Datensatz (Auffindbarkeit). Diese Auffindbarkeit verbessert sich zum Beispiel auch durch passende Schlagwörter an den Datensätzen. Dieses Prinzip kommt etwa auch in Bibliotheken zum Einsatz. Durch Beschreibung der Veröffentlichungen (sprich Metadaten) können Nutzende die Werke finden, die sie suchen.
Zusätzlich verbessern Metadaten die Informationslage über Datenquellen. So können etwa bei eingeschränktem Zugang (Registrierungsschranken, Lizenzeinschränkungen, keine öffentliche Verfügbarkeit) Nutzende besser abschätzen, ob es sich für ihn lohnt, die Primärquelle zu beschaffen (Zugänglichkeit). Daten und Metadaten sind dabei so gestaltet, dass verschiedene Systeme und technische Werkzeuge diese verstehen und in verschiedenen Kontexten auswerten können (Interoperabilität). Durch gute Dokumentation, klare Herkunftsangaben und eindeutige Nutzungsrechte können Objekte auch in Zukunft verstanden und genutzt werden (Wiederverwendbarkeit).
Anhand der Metadaten indexieren umwelt.info und vergleichbare Suchmaschinen die Inhalte von Repositorien und Sammlungen physischer Objekte. Daten und Publikationen können so über mehrere Datenportale hinweg gefunden werden. Hier finden Sie alle derzeit in umwelt.info angebundenen Repositorien und Sammlungen für physische Objekte.
Dieser Beitrag ist in Zusammenarbeit mit dem Nationalen Monitoringzentrum zur Biodiversität entstanden.